Ergebnisse der Mobilitäts-umfrage im Bezirk Reutte

Ergebnisse der Mobilitätsumfrage im Bezirk Reutte

Gemeinsam mit der Regionalentwicklung Außerfern führte die KEM eine bezirksweite Mobilitätsbefragung durch.
Dabei nahmen mehr als 1.700 Personen an der Umfrage teil und rund 1.400 Fragebögen wurden vollständig Fragebögen ausgefüllt.
Die Teilnahmequote in den Gemeinden betrug größtenteils 3 bis 5 Prozent.
Vertreten waren dabei alle Bevölkerungsgruppen, lediglich bei den unter 18-jährigen und über 65-jährigen war der Anteil etwas geringer.

Allein im Auto?

77 Prozent der Befragten sitzen täglich oder mehrmals die Woche hinter dem Lenkrad. Die meisten von ihnen haben dabei viel Platz im Wagen, denn nur ein knappes Viertel der Umfrage-Teilnehmer*innen fährt regelmäßig mit einem Auto mit. Und bei fremden Menschen mitzufahren ist für 56 Prozent der Männer und 58 Prozent der Frauen ein No-Go. Die Bereitschaft, bei anderen mitzufahren, ist doppelt so groß, wenn die Person über eine App verifiziert werden kann – nämlich etwa 40 statt 20 Prozent.

Die App von ummadum, mit der Punkte für klimaschonende Mobilität (Gehen, Radfahren, Fahrgemeinschaft) gesammelt und bei zahlreichen Handelspartner*innen eingelöst werden können, stellt daher ein hohes Potenzial dar. Speziell für Unternehmen und Betriebe, die ihre Mitarbeiter*innen für energieeffizienteres Mobilitätsverhalten belohnen wollen. Am 1. Dezember startete die kdg Holding im Lechtal ihre Teilnahme an ummadum, am 1. Jänner folgen die Elektrizitätswerke Reutte. Weitere Betriebe sind bereits im Gespräch und könnten im Frühjahr 2023 ebenfalls damit starten.

Schwieriges ÖV-Terrain.

Es nutzen gerade einmal zehn Prozent der Bevölkerung den öffentlichen Verkehr täglich oder mehrmals pro Woche, Schulkinder inklusive. Als Gründe für die Nichtbenützung nennen die Befragten vor allem zu wenige Verbindungen (48%), fehlende Anschlüsse (42%) und die Nicht-Erreichbarkeit des Ziels (38%). Die Jüngeren vermissen Verbindungen am Abend. Derzeit halten die Busse an jedem Weiler – und so dauert die Fahrt meist doppelt so lange wie mit dem Auto. Als mögliche Lösung wären Schnellbuslinien, die nur in den größeren Zentralorten halten und von einem Anrufsammeltaxi-System ergänzt werden, denkbar.

Fahrradbegeistert.

Sehr fleißig sind die Außerferner*innen beim Radfahren. 13 Prozent besteigen ihren Drahtesel täglich, 24 Prozent mehrmals die Woche. Deshalb steht der Ausbau des Radwegenetzes, die Erhöhung der Sicherheit für den Alltagsradverkehr und die Angebotsverbesserung an Radabstellplätzen ganz oben auf der Agenda.

Der Modal Split (inkl. Freizeitwege) für die Täler und den Reuttener Talkessel ergeben sich wie folgt:

Weitere Informationen und Details finden Sie hier:

Hier finden Sie die Präsentationsfolien der Impulsvorträge von Kufstein mobil und Mitfahrplattform ummadum:

Teilen Sie die Ergebnisse gerne mit Ihren Freunden und Bekannten:

Blog 8: Zieldefinition beim Abstimmungstermin in der e5-/KEM-Marktgemeinde Reutte

Am 12. April 2022 fand in der e5-Marktgemeinde Reutte die e5-Teamsitzung statt.

Eine e5-Gemeinde setzt mit Energiebeauftragten auf kommunaler Ebene auf bürgernahe Kommunikation und Mitgestaltung bei nachhaltigen Themenbereichen. Auch die Bürger*innen der jeweiligen Gemeinde sollen optimal in die Realisierung der Projekte miteingebunden werden. Energie-Checks, Beratungen für Energieerzeugung sowie die Energiebuchhaltung sind grundlegende Werkzeuge um Energieprozesse zu modernisieren. Dadurch schreitet die Gemeinde Schritt für Schritt in die Richtung zur energie- und umweltbewussten Gemeinde voran.

Spezifische Handlungsfelder lauten:

  • Entwicklungsplanung und Raumordnung
  • Kommunale Gebäude und Anlagen
  • Versorgung und Entsorgung
  • Mobilität
  • Interne Organisation
  • Kommunikation und Kooperation

Die Marktgemeinde definiert mit einem umfassenden Energie- und Klimaschutzkonzept 2030 richtungsweisende Ziele und Werte für die zukünftige energiepolitische Arbeit. Dadurch wird ein konsequenter Weg in eine nachhaltige Zukunft fortgesetzt und mittels e5-Programm laufend evaluiert. Bei der e5-Bewertung 2021, welche anhand eines standardisierten Maßnahmenkatalogs erfolgt, konnte die Marktgemeinde 3 von 5e erzielen (detaillierte Bewertung siehe unten).

Vorbildprojekte und Klimaschutzmaßnahmen sind unter anderem:

  • Versorgung der Gemeindegebäude zu 100% aus selbst erzeugtem Wasserkraftstrom
  • Energieeffizientes Abwassermanagement
  • Beinahe ein Drittel des Gemeindefuhrparks wurde bereits auf alternative E-Antriebe umgerüstet
  • Umsetzung eines E-Carsharings und kontinuierliche Reduktion der Parkplätze im Gemeindezentrum
  • Jährlicher Großevent: Autofreier Tag
  • Pilotgemeinde für das Projekt „PRO-BYKE“
  • Ökologisches Grünflächenmanagement und Natur im Garten Gemeinde

Bei der Teamsitzung stellte Amtsleiter und e5-Teamleiter Sebastian Weirather die laufenden Aktivitäten vor. Des Weiteren wurden die geplanten, künftigen Aktivitäten und die Verschneidungen des KEM-Programms mit dem e5-Programm besprochen. Aber auch der dringend notwendige Photovoltaikausbau wurde behandelt.
Folgendes Ziel wurde gesetzt: Jährlicher Photovoltaikausbau von 25 neue Photovoltaikanlagen in der Marktgemeinde Reutte.

Als Maßnahmen um die Ausbauinitiative aktiv zu unterstützen wurde eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung, speziell über die KEM, eingebracht.

Blog 7: Energie aus Trinkwasser – Workshop in Obsteig

„Von der Turbine ins Glas“

Unter diesem Motto fand am 21. April 2022 der Workshop über Trinkwasserkraftwerke in der Gemeinde Obsteig statt. Die Trinkwasserkraft gewinnt im Sinne der Tiroler Energiestrategie zunehmend an Bedeutung. Verschiedene fachkundige Vorträge von ExpertInnen von Wasser Tirol gestalteten das Programm. Anschließend ging es zum gemeindeeigenen Trinkwasserkraftwerk Obsteig, welches mit einer rückwärtsdrehenden Pumpturbine elektrische Energie erzeugt.

Blog 6: KEM-Fachveranstaltung in der KEM-Stubaital

Am 26. und 27. April 2022 fand die KEM-Fachveranstaltung in Schönberg im Stubaital, in der KEM Zukunft Stubaital statt.

Eröffnet wurde das KEM-Treffen mit Vorträgen über die beiden Schwerpunktthemen „Energie aus Abwasser“ und „Energiegemeinschaften“. Die beiden Referenten Ernst A. Müller (InfraWatt, Schweiz) und Rainer Wiedemann (Rabmer Greentech GmbH) teilten ihre Praxiserfahrungen und beschrieben anhand von internationalen Beispielen das Potenzial und die Bedeutung der Abwasserwärme sowie deren Nutzungsmöglichkeiten. Andreas Glatzl (Geschäftsführer Mach Energieges.m.b.H.) präsentierte die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie aus Seefeld.

Eva Otepka (KEM-QM) stellte die neu in den KEM-QM Maßnahmenkatalog aufgenommenen Themen: Klimawandelanpassung, Erneuerbare Energie – Wärme (kommunale Gebäude), Grünflächenmanagement, Abfall- und Kreislaufwirtschaft und Fußwegenetz vor.

Der zweite Tag stand unter dem Motto „Energiegemeinschaften“ und begann mit einem Online-Input von Eva Dvorak (Programm-Managerin der Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften im Klima- und Energiefonds). Nach ihr plädierte Hubert Fechner (Obmann der Österr. Technologieplattform Photovoltaik und Berater der Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften) sehr eindringlich, dass Gemeinde- und Regionsverantwortliche nun den neuen Gestaltungsspielraum wahrnehmen sollen, den die Energiegemeinschaften – als Möglichkeit regionale Energieentwicklung zu gestalten – bieten. Nicht eine wirtschaftliche Betrachtung, sondern die Bedeutung des regionalen Konsums, der Wertschöpfung, der Kostenplanbarkeit, der Notversorgung, der Aufwertung der Gemeinde / Regionen und die Stärkung lokaler Strukturen sowie sozialer Aspekte und die Initiative der Bürger*innen für Energie / Umwelt / Nachhaltigkeitsfragen, sollen bei der Etablierung von Energiegemeinschaften im Vordergrund stehen.
Einige Beispiele aus Südtirol, von Energie-Genossenschaften mit zum Teil sogar 100-jähriger Tradition, brachte Christoph Larch (synecotec) ein. Selbst Gründerin einer Bürgerenergie-Gemeinschaft, stellte Bernadette Fina (Austrian Institute of Technology) die Studie „Energiegemeinschaften im Tourismus“ vor. Warum Energiegemeinschaften im bzw. für den Tourismus wichtig sind, erklärt sich in der Notwendigkeit der Schaffung attraktiver Urlaubsziele entlang von „Leitthemen“ oder „Urlaubsmotiven“, welche die Kunden vermehrt nachfragen. Ebenso sprechen die Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen und wenig industrialisierten Raum und die Nutzung von Synergieeffekten zwischen Erzeugung und Verbrauch in der saisonalen Betrachtung, eindeutig für die Einrichtung von Energiegemeinschaften.

Eine anschließende Exkursion zur Baustelle des Brenner Basistunnels umfasste nicht nur den Vortrag des technischen Leiters des Großprojekts sowie eine Führung des Pressereferenten durch das Besucherzentrum, sondern ermöglichte auch die Besichtigung des Tunnels. Dabei ging es durch ein Teilstück des Tunnels bis zu einer Aussichtsplattform, wo die mit Helmen und Warnwesten ausgestatteten KEM-Manager*innen über die aktuellen Geschehnisse rund um die Baufortschritte informiert wurden.

Blog 5: Netzwerktreffen der Tiroler KEMs

Erstmals war auch die KEM Naturparkregion Lechtal-Reutte beim Netzwerktreffen der Tiroler KEMs am 20. Mai 2022 vertreten.

Folgende Inputvorträge standen auf der Agenda:

  • Ladeinfrastruktur: Rechtlicher Rahmen und Perspektiven für Gemeinden
    Referent: Thomas Geisler, Energie Tirol, Projektleitung „So fährt TIROL 2050“
  • E-Carsharing TIROL 2050
    Referentin: Franziska Daetz, Verkehrsverbund Tirol, Projektleitung „Innovationen Mobility-as-a-Service“
  • Dekarbonisierung des Gebäudesektors
    Andreas Riedmann, Energie Tirol, Leitung Gebäudetechnik
  • Aktuelles und Ausblick
    Barbara Erler-Klima, Energie Tirol, KEM-QM

Um den Austausch und die Zusammenarbeit der Tiroler Klima- und Energiemodellregionen zu fördern, wurde eine regelmäßige Online-Abstimmung angedacht. Dadurch wird die KEM Naturparkregion Lechtal-Reutte künftig noch stärker von externem Input profitieren.

Blog 4: Infoabend: Ein guter Plan – Klimaschutz und Energiewende vor Ort

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MIT EINEM GUTEN PLAN IN DIE GEMEINDERATSPERIODE

Land Tirol, Energie Tirol, Klimabündnis Tirol und Wasser Tirol unterstützen Gemeinden in Energie- und Klimaschutzfragen.

Die Energiewende und der Klimawandel zählen zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Dabei kommt den Tiroler Gemeinden eine zentrale Rolle zu. Wie diese einen guten Plan für die Zukunft schmieden, zeigen die Organisationen Energie Tirol, Wasser Tirol und Klimabündnis Tirol. Mit Unterstützung des Landes Tirol veranstalteten sie von 16. Mai bis 3. Juni 2022 fünf Infoabende unter dem Titel: „Ein guter Plan: Energiewende und Klimaschutz vor Ort“.

Am Dienstag, den 24. Mai 2022, waren sie zu Gast in Reutte. Rund 60 kürzlich gewählte GemeinderätInnen aus dem Außerfern wissen nun, wie sie Klimaschutzmaßnahmen vor Ort umsetzen können, um das Ziel TIROL 2050 energieautonom zu erreichen.

Die Teilnehmenden des Infoabends in Reutte erhielten grundlegende Informationen zu Klimawandel, CO2-Ausstoß und globaler Erwärmung. Auf eben diesen Erkenntnissen baut die Vision TIROL 2050 energieautonom auf. „Wir wollen verdeutlichen, dass Pessimismus uns lähmt und unsere ambitionierten energiepolitischen Ziele nur mit Hilfe eines lösungsorientierten Zukunftsoptimismus umsetzbar sind“, so Bruno Oberhuber, Geschäftsführer von Energie Tirol. Im Laufe des Programms wurden den Gemeinden konkrete Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie diese Lösungen für die Zukunft aussehen. „Mit kleinen und großen Energiemaßnahmen tragen Gemeinden aktiv zur Erreichung von TIROL 2050 energieautonom bei und nehmen eine Schlüsselrolle auf dem Weg dorthin ein“, ergänzt Andrä Stigger, Geschäftsführer von Klimabündnis Tirol.

Ergebnis des Austauschs in Reutte war eine Vielzahl von Ideen und teilweise bereits konkreten Vorhaben in den Bereichen (Elektro-)Mobilität, Biomasse, Photovoltaik, Trinkwasserkraft und Förderungen. „Wir sind gespannt, was daraus entsteht und freuen uns schon auf die Umsetzung zahlreicher Klimaschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen in den Gemeinden“, so Ruppert Ebenbichler, Geschäftsführer von Wasser Tirol. Er zeigt sich überzeugt, dass es in den Gemeinden zahlreiche Möglichkeiten zum Anpacken für Klimaschutz und Energieautonomie gibt. „Aus umgesetzten Projekten entsteht zudem immer wieder neue Motivation, sich für eine lebenswertere Gemeinde einzusetzen.“

Bei der Umsetzung stehen das Land Tirol, Energie Tirol, Klimabündnis Tirol und Wasser Tirol sowie regionale Ansprechpartner*innen, wie KEM-Manager Florian Strigl, den Gemeinden mit Rat und Tat zur Seite. Die Organisationen stellten ihre Serviceleistungen unter dem gemeinsamen Dach TIROL 2050 energieautonom vor – vom energieeffizienten Gemeindegebäude, über nachhaltige Beschaffung und Förderung klimafreundlicher Mobilität, bis hin zur Energieerzeugung mittels Trinkwasserkraftwerken.

VORZEIGEBEISPIELE AUS DEM AUßERFERN

Die Vorstellung einiger bereits umgesetzter Best-Practice Beispiele aus dem Bezirk Reutte sorgte für Inspiration bei den Teilnehmenden.

So berichtete Florian Klotz, Bürgermeister, Energiereferent und e5-Teamleiter in einer Person, wieso der Gemeinde Holzgau ein herausragender Gebäudestandard wichtig ist. Er präsentiere beispielgebend das Bauprojekt „Betreutes Wohnen Lechtal“ mit Baubeginn in diesem Jahr und einer Umsetzung im klimaaktiv Gold Standard.

Karl Heinz Weirather, Bürgermeister der Gemeinde Forchach, ist „Raus aus Öl und Gas“ für Gemeindegebäude ein großes Anliegen. Er erzählte von seinen Erfahrungen, wer und was für eine gelingende Umsetzung wichtig ist und über die gut funktionierende Biomasseanlage.

Armin Walch, Geschäftsführer der Burgenwelt Ehrenberg, berichtete von der erfolgreichen Erneuerung der Hülle der unter Denkmalschutz stehenden Burgruine Ehrenberg und der dadurch deutlichen Verbesserung des U-Wertes.
Ebenso konnten die Effizienz gesteigert und ein deutlicher Komfortgewinn für BesucherInnen erzielt werden.

Bildrecht: © Klimabündnis Tirol

Ein starkes Netzwerk für die Region: (von links) Lena Schröcker (REA), Tjark Duncker (Wasser Tirol), Silvia Hofer (REA), Felix Thalheim (Wasser Tirol), Maria Legner (Klimabündnis Tirol), Bruno Oberhuber und Barbara Erler-Klima (Energie Tirol), Rupert Ebenbichler (Wasser Tirol), Armin Walch (Burgenwelt Ehrenberg), Karl-Heinz Weirather (BM Forchach), Alexander Höfner (REA), Florian Klotz (BM Holzgau), Florian Strigl (KEM Naturparkregion Lechtal-Reutte), Andrä Stigger (Klimabündnis Tirol).

Blog 3: Exkursion zum Biomasse-Heizwerk in Berg bei Tannheim

Foto KEM
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Am 30.05.2022 fand eine Exkursion der KEM-Gemeinde Gramais zur Bionahwärmeanlage in Berg/Tannheim statt. Die Gemeindeführung und Bevölkerung von Gramais konnte sich so einen ersten Überblick über das Heizkraftwerk verschaffen sowie wertvolle Ratschläge rund um die Projektumsetzung von Markus Peintner, Obmann der Bionahwärme Berg, einholen.

Mit einem jährlichen Hackschnitzelbedarf von knapp 3.000 Schüttraummeter werden 28 AbnehmerInnen mit klimaneutraler Wärme versorgt. Dies entspricht einem jährlichen Öl-Äquivalent von mehr als 180.000 Liter Heizöl und einer jährlichen CO2-Einsparung von rund 463 Tonnen. Im zweiten Bauabschnitt sind weitere 14 AbnehmerInnen geplant.

Als nächste Schritte stehen in Gramais die Evaluierung innerhalb der Gemeinde und die Kontaktaufnahme mit Energie Tirol auf der Tagesordnung. Begleitet und unterstützt wird das Projekt vom KEM-Management.

Die Umstände zum Umstieg von fossilen Heizungsanlagen auf eine klimafitte Nahwärme sind aufgrund der aktuellen „Raus aus Öl und Gas“-Förderungen durch Land und Bund gerade so günstig wie noch nie im Bereich der privaten Haushalte und können bei niedrigen Einkommen bis zu 100 % betragen.

Der Ortsteil Berg geht somit zukunftsfit in die nächsten Jahrzehnte und Gramais möchte diesem Beispiel folgen.

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Markus Peintner, der uns mit großer Gastfreundlichkeit empfing und uns bei jeglichen Fragen Rede und Antwort stand.

Blog 2: Erneuerbare Energiegemeinschaft in der KEM-Gemeinde Bach

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Die im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) umgesetzte EU-Richtlinie macht eine Umstrukturierung zur dezentrale Energieversorgung möglich.

Der Schlüssel für Dezentralisierung und Dekarbonisierung heißt Energiegemeinschaften. BürgerInnen können sich zu Energiegemeinschaften zusammenschließen und erstmals erneuerbare Energie, sowohl Strom als auch Wärme, über Grundstücksgrenzen hinweg gemeinschaftlich produzieren, speichern, verkaufen und verbrauchen. Einzelne kann Teil der Energiewende werden, diese aktiv mitgestalten und die regionale Wertschöpfung stärken.

Schritt für Schritt zur Energiegemeinschaft (EG):

  1. Erste Überlegungen bezüglich möglicher TeilnehmerInnen und der Balance zwischen Energieerzeugung und -verbrauch
  2. Konzepterstellung mit Art der Energiegemeinschaft und Festlegung der Organisationsform
  3. Formale Gründung (Genossenschaft, Verein, …)
  4. Registrierung der EG als Marktteilnehmer am Elektrizitätsmarkt
  5. Vereinbarungen zwischen EG und Netzbetreiber mit Teilnehmer- und Anteilszuordnung
  6. Zusatzvereinbarung zum bestehenden Netzzugangsvertrag
  7. Registrierung der EG im EDA-Anwenderportal

Die KEM-Gemeinden sehen sich hinsichtlich künftiger Energiegemeinschaften als Multiplikatoren und Informationsplattform, als Betreiber beziehungsweise Dienstleister und Initiatoren durch EG-Teilnehmer sowie -Gründer.

In der KEM-Gemeinde Bach wurde die regionale EEG-Lechtal eGen als Genossenschaft eingerichtet. In der bereits gegründeten Steuerungsgruppe befinden sich KEM-Gastronomie- und Hotelbetriebe sowie Private mit und ohne Photovoltaikanlagen. Unter den Gründungsmitgliedern (Steuerungsgruppe) befinden sich bereits der Bürgermeister und ein Gemeindevorstandsmitglied der Gemeinde Bach als Privatpersonen, welche dadurch bereits erste Erfahrungen rund um die Thematik der EEGs sammeln. In weiterer Folge wird die Eingliederung des kommunalen Trinkwasserkraftwerkes angestrebt. Die Gemeinde könnte den durch das Trinkwasser erzeugten Strom zu bewusstseinsbildenden Maßnahmen in die EEG einbringen, durch Aktionen umweltbewusste Betriebe und Lebensstile fördern und die volatile Sonnenenergie ausgleichen.

Für alle Beteiligten der EEG-Lechtal steht der Aspekt der Nachhaltigkeit und des grünen Gedankens im Vordergrund. Aufgrund dessen befinden sich, trotz der aktuellen Einspeisevergütung/-tarife, auch Private und Betriebe mit eigenen Photovoltaikanlagen als Energie-Einspeiser unter den EEG-Mitgliedern. Dadurch können diese aus erster Hand und mit Unterstützung des KEM-Managers Florian Strigl der KEM Naturparkregion Lechtal-Reutte, welche 2021 ins Leben gerufen wurde, dem Gemeinderat über die EEG berichten. Zusätzlich sei erwähnt, dass bereits enger Austausch zwischen den zuständigen regionalen und überregionalen PartnerInnen und der EEG-Steuerungsgruppe stattgefunden hat und weiterhin besteht. Dazu zählen die VertreterInnen der Energie Tirol, dem Elektrizitätswerke Reutte und dem KEM-Management. Deshalb kann schon jetzt auf ein tatkräftiges Netzwerk an ExpertInnen zurückgegriffen werden.

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Die EEG-Lechtal will als eine der ersten regionalen EEGs Österreichs durch Eingliederung eines kommunalen Trinkwasserkraftwerkes mit einer Jahresstromerzeugung von über 200 Haushalten die Vorreiterrolle mit großem Innovationscharakter einnehmen. Die regionale EEG-Lechtal mit räumlicher Umsetzung im gesamten Talraum des Lechtals soll die gesamtheitliche Betrachtung von Energie- und Klimaschutzthemen, welche über die Gemeindegrenze hinaus gehen muss, stärken und den Grundgedanken des Planungsverbandes und der Klima- und Energiemodellregion fördern bzw. unterstützen.

Durch dieses Projekt soll gezeigt werden, dass selbst äußerst periphere Regionen große Zeichen setzen und wichtige Hebel in Richtung Energiewende setzen können.

Link zur Website der EEG-Lechtal eGen: https://eeg-lechtal.at/

Blog 1: KEM-Gemeinschaftsstand auf der Wirtschaftsmeile Reutte 2022

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Am 1.-3. Juli 2022 findet auf dem Messeareal im ehemaligen RTW-Gelände in Reutte die 5. Wirtschaftsmeile im Außerfern statt. Unter dem Motto „Klima, Energie und Kreislaufwirtschaft“ wird von der KEM in Zusammenarbeit mit der Regionalentwicklung Außerfern ein Gemeinschaftsstand organisiert und betrieben. Zahlreiche, gemeinwohlorientierte Organisationen und Beratungseinrichtungen werden sich daran beteiligen und gemeinsam ein spannendes Programm für alle Altersgruppen gestalten. Abwechslungsreiches Kinderprogramm, Energieberatungsstände und ein attraktives Gewinnspiel zählen unter anderem zu den Highlights.

Insbesondere durch die sich immer stärker bemerkbar machende Klimaerwärmung (auch im Außerfern) und dem Ukraine-Krieg steigt das Interesse an Klima- und Energiethemen in der regionalen Bevölkerung. Der Wunsch nach Beratung und aktiven Umsetzungsmaßnahmen wächst. Nutzen Sie die Möglichkeit zum Meinungsaustausch mit den ExpertenInnen innerhalb und außerhalb der Region rund um die Energieabhängigkeit.

Zusätzlich wird auf dem Messestand das brandneue Klimahandbuch zu Klima- und Energiethemen, der Mobilität und Kreislaufwirtschaft ausgehändigt. Ein MUSS für alle BürgerInnen, die aktiv den Klimaschutz und die Energiewende vorantreiben wollen, um gemeinsam ein zukunftsfittes und enkeltaugliches Außerfern mitzugestalten.

Wir freuen uns nach den Einschränkungen des öffentlichen Lebens auf ein großes und umfassendes Publikum aus dem gesamten Außerfern sowie dem benachbarten Allgäu.

Voraussichtliche AusstellerInnen und Stände:

  • Regionalentwicklung Außerfern
  • Werkhaus
  • Energie Tirol
  • Klimabündnis Tirol
  • Walderlebniszentrum
  • Büchereien
  • Issba
  • Noamol

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!